Baufinanzierung

Die KfW-Bank ist die größte nationale Förderbank der Welt. Einen besonderen Stellenwert nimmt bei der KfW-Bankengruppe die Finanzierung des Baus, Kaufs oder der Sanierung von Wohnhäusern ein, vor allem dann, wenn bei diesen Bauvorhaben energieeffizientes Bauen oder energetisches Sanieren im Mittelpunkt steht. Verschiedene Kreditprogramme sorgen dafür, dass die KfW für Bauherren viele Möglichkeiten bietet.

 

Das KfW-Wohneigentumsprogramm (Nr. 124)

Das Wohneigentumsprogramm ist ein Kreditprogramm, das für jeden interessant ist, der sich Wohneigentum anschaffen möchte. Im Rahmen dieses Programms wird der Bau oder Erwerb eines selbst bewohnten Hauses oder einer selbst genutzten Eigentumswohnung mithilfe von attraktiven Darlehen zu sehr guten Konditionen gefördert.

Gewerbliche Objekte sowie Mietshäuser sind auf diesem Weg nicht förderfähig - es sei denn, sie sind zum Teil selbst bewohnt. Dann ist aber auch nur derjenige Gebäudeanteil förderfähig, der für Wohnzwecke genutzt wird. Außerdem darf der Kauf eines Grundstücks nicht weiter als 6 Monate zurückliegen, um noch in den Genuss des Wohneigentumsprogramms zu kommen.

Für die Höhe der Darlehenssumme gibt es zwei Beschränkungen: Es dürfen in Verbindung mit anderen Finanzierungen nicht mehr als 100 % der Gesamtkosten des Objektes finanziert werden, und die maximale Kreditsumme ist auf einen Betrag von 50.000 Euro begrenzt. Hinsichtlich der förderfähigen Kosten muss zwischen dem Hausbau und dem Kauf einer Immobilie unterschieden werden. Bei einem Bau kann ein Darlehen für die Kosten des Grundstücks, sämtliche Bau- und Nebenkosten sowie für eventuell zu errichtende Außenanlagen beantragt werden. Beim Erwerb gehören Kaufpreis und Nebenkosten sowie eventuell notwendige Aufwendungen für Instandsetzung, Umbau oder Modernisierung zu den förderfähigen Kosten.

Die großen Vorteile liegen beim Wohneigentumsprogramm in den Konditionen der Finanzierung. So gibt es je nach Laufzeit und Sollzinsbindung effektive Zinssätze ab 0,75 % pro Jahr. Die Zinsbindungsdauer kann zwischen 5 und 10 Jahren gewählt werden. Zudem profitiert man von bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren, sodass in der ersten Zeit lediglich Zinszahlungen geleistet werden müssen. Antragsteller haben darüber hinaus die Wahl zwischen einem Annuitäten- und einem endfälligen Darlehen. Sondertilgungen des noch aussetehenden gesamten Kreditbetrags sind gegen eine Vorfälligkeitsgebühr möglich.

 

 Wohneigentumsprogramm - Genossenschaftsanteile (Nr. 134)

Mithilfe dieses Programm können Privatleute für den Kauf von selbst genutztem Genossenschaftswohnraum einen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Vorhaben beantragen. Der effektive Jahreszins beträgt 0,75 %, außerplanmäßige Tilgungen sind kostenfrei möglich.

 

Energieeffizientes Bauen mit Förderung der KfW (Nr. 153)

Dieses Kreditprogramm der KfW bezieht sich auf  KfW-Effizienzhäuser (www.kfw-effizienzhaus-bauen.de) und fördert Bauherren oder Sanierer, die ein selbst genutztes Haus energieeffizient bauen und somit nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt einen Gefallen erweisen wollen. Die geförderten Immobilien müssen ein bestimmtes Energieeinsparpotenzial haben und werden in die Klassen KfW-Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus unterteilt.

Beim Bau dieser KfW-Effizienzhäuser oder vergleichbarer Passivhäuser  (www.niedrigenergiehaus-bauen.de/passivhaeuser.html) kann ein günstiges Darlehen in Anspruch genommen werden. Gefördert werden 100 % der Bau- oder Umbaukosten bis zu einem Darlehensbetrag von maximal 100.000 Euro pro Wohneinheit. Die Höhe des jährlichen Effektivzinssatzes beträgt ab 1,21 %, zudem ist eine Zinsbindung von 10 oder 20 Jahren vorgesehen. Sofern das Annuitätendarlehen gewählt wird, kann eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren bei maximal 5 tilgungsfreien Anlaufjahren beantragt werden. Alternativ können sich Verbraucher für eine endfällige Finanzierung mit einer Laufzeit bis zu 10 Jahren  und einem Effektivzins von 1,56 % entscheiden.

Abhängig von der erzielten Energieeffizienz gibt es auch einen Tilgungszuschuss. So erhält der Darlehensnehmer für ein

  • KfW-Effizienzhaus 55 5 % der Darlehenssumme, aber nur bis zu 5000 Euro,
  • KfW-Effizienzhaus 40 10 % der Darlehenssumme, aber nur bis zu 10.000 Euro und ein
  • KfW-Effizienzhaus 40 15 % der Darlehenesumme, aber nur bis zu 15.000 Euro Tilgungszuschuss.

Eine Sondertilgung im Laufe der ersten Zinsbindungsphase ist sowohl für Teilbeträge von mindestens 1.000 Euro als auch den gesamten noch ausstehenden Kreditbetrag kostenfrei möglich.

Energetisch sanieren und von Förderungen profitieren (Nrn. 151 oder 430)

Neben den Vorteilen für Bauherren, die energieeffizient bauen, fördert die KfW auch diejenigen, die ihr schon bestehendes Haus energetisch sanieren möchten oder sanierten Wohnraum kaufen wollen. Voraussetzungen für diese Variante der Kreditprogramme sind ein Haus, für das vor dem 01.02.2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt worden ist und das Vorhaben, aus dem Haus ein KfW-Effizienzhaus zu machen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann eine Förderung für eine energetische Sanierung in Form eines Zuschusses (nur für Privatleute) oder eines Förderkredits beantragt werden.

  • Zuschuss
    Der Zuschuss von bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit wird nach Abschluss der Sanierungsarbeiten und einem Sachverständigennachweis (Verwendungsnachweis) auf das Konto des Antragstellers gezahlt.

  • Kredit
    Bei einem Kredit kann ein Darlehen bis zu 100.000 Euro für die Sanierung eines ganzen Hauses oder bis zu 50.000 Euro für ein Maßnahmenpaket in Anspruch genommen und zugleich von einem Tilgungszuschuss profitiert werden, der je nach erzieltem Effizienzhaus-Standard (ab Effizienzhaus-Standard 115) zwischen 12,5 % (max. 12.500 Euro) und 27,5 % (max. 27.500 Euro) der Darlehenssumme beträgt. Sofern das Heizungs- und Lüftungspaket oder Einzelmaßnahmen durchgeführt werden, sind ebenfalls Tilgunszuschüsse möglich. Das gilt auch für das KfW-Effizienzhaus Denkmal. Im Rahmen einer Komplettsanierung werden Zentralheizungen, Folgearbeiten und die Optimierung der Wärmeverteilung gefördert. Je geringer der Energiebedarf letztendlich ist, desto höher fällt die Förderung aus.

Die KfW empfiehlt die Einbeziehung eines Sachverständigen und fördert diese Maßnahme: 50 % der Kosten für einen Baubegleiter werden bis  zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro übernommen.

Nicht zuletzt durch die Kombinationsmöglichkeit dieser Kreditprogramme sowie auch anderer Fördermöglichkeiten, wie zum Beispiel die Unterstützung beim Bau von Photovoltaikanlagen, lohnt es sich sowohl beim Hausbau als auch bei der Sanierung eines Wohngebäudes, die verschiedenen Fördermöglichkeiten der KfW für das eigene Vorhaben zu überprüfen – möglicherweise können diese optimal mit in das Vorhaben integriert werden.

Aktuelle Informationen zu den KfW-Förderprogrammen Energieeffizent Bauen und Sanieren sowie zum Wohneigentumsprogramm finden Sie auf www.hausbauberater.de.

 

Kombination der KfW-Programme:

Zu beachten ist, dass die Programme "Energetisch Sanieren" und "Energieeffizient Bauen" nicht miteinander kombinierbar sind. Das KfW-Wohneigentumsprogramm lässt sich hingegen entweder mit dem KfW-Programm "Energetisch Sanieren" oder dem KfW-Programm "Energieeffizient Bauen" kombinieren.

Fazit:
Eine Ergänzung des Hausbankkredits durch das KfW-Wohneigentumsprogramm oder den Programmen "Energetisch Sanieren" oder "Energieeffizient Bauen" bewirkt durch die niedrigen Zinssätze eine erhebliche monatliche Entlastung des Budgets. Eine Beratung durch Ihre Hausbank zur Sicherung des bestmöglichen KfW-Pakets ist sehr zu empfehlen.

 

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