Forwarddarlehen – Vorausschauend finanzieren
Aktuell niedrige Bauzinsen verlocken viele Bundesbürger zum Bau oder Kauf einer Immobilie. Wer bereits ein laufendes Immobiliendarlehen besitzt, kann trotzdem von den günstigen Bedingungen profitieren - mit einem Forwarddarlehen.
Baufinanzierung mit besonderem Kniff
Diese Art der Baufinanzierung ist eigentlich ein klassisches Annuitätendarlehen, also ein Kredit mit konstanten Rückzahlungsraten, die über die gesamte Laufzeit gleich hoch ausfallen. Die Rückzahlung erfolgt meist monatlich, manchmal auch viertel- oder halbjährlich. Bei einem Forwarddarlehen werden darüber hinaus Sondervereinbarungen abschlossen.
Bis zu 60 Monate im Voraus abschließbar
Charakteristisch für das Forwarddarlehen ist, dass der Kredit dem Darlehensnehmer erst nach einer zuvor vereinbarten Vorlaufzeit ausgezahlt wird. Die Restschuld des alten Darlehens bestimmt die Höhe des neuen Kredits. Die Laufzeit, auch Forwardperiode genannt, kann bis zu 60 Monate betragen. Während der Forwardperiode fallen keine Bereitstellungszinsen an. Die Darlehenslaufzeit beginnt, sobald die laufende Baufinanzierung abgeschlossen wird.
Forwarddarlehen sichert Niedrigzinsen ab
Ein Forwarddarlehen bietet sich dementsprechend an, wenn sich der Kreditnehmer einen zum Abschlusszeitpunkt günstigen Zins für die Zukunft sichern möchte. Er entzieht sich auf diese Weise dem Risiko steigender Zinsen. Der Häuslebauer kann mit einem Forwarddarlehen außerdem vorausschauend für einen längeren Zeitraum kalkulieren.
Das Forwarddarlehen, in den neunziger Jahren von Dr. Klein entwickelt
Das Forwarddarlehen wurde 1996 von der Dr. Klein & Co. AG entwickelt, zunächst für die Finanzierung von kommunalen und gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmen. Inzwischen hat sich diese Finanzierungsform zu einer beliebten Kreditform für private Immobilienkäufer gemausert.
Forwarddarlehen - Unterscheidung zwischen „echt“ und „unecht“
Experten unterscheiden zwischen einem echten und einem unechten Forwarddarlehen. Bei einem echten läuft die Zinsbindungsfrist erst ab dem Tag der Auszahlung, also nach der Forwardperiode. Bei der unechten Variante beginnt die Zinsbindungsfrist ab Vertragsabschluss. Zeitpunkt für Abschluss günstig In jedem Fall bietet sich mit dem momentan niedrigen Zinsniveau ein idealer Zeitpunkt, um über die weitere Finanzierung des Eigenheims nachzudenken und gegebenenfalls ein Forwarddarlehen abzuschließen.